„Ich bin gerade aus der Antarktis zurückgekehrt. Wir sind mit einem Expeditionskreuzfahrtschiff rund 7.200 Kilometer gefahren."
Die unendliche Weite der Landschaft, gewaltige Eisberge und eine faszinierende Tierwelt machen die Antarktis zu einem der beeindruckendsten Orte der Erde. Mit kleinen Zodiacs konnten wir regelmäßig anlanden und die Natur aus nächster Nähe erleben.
Pinguine und der Antarktis-Vertrag
Besonders beeindruckend waren die Pinguinkolonien. Laut Antarktis-Vertrag dürfen immer nur 100 Menschen gleichzeitig an Land sein – und die Pinguine hatten natürlich Vorfahrt. Wir mussten warten, wenn sie über ihre Wege liefen. Diese Begegnungen auf Augenhöhe mit der unberührten Tierwelt hinterlassen ein Gefühl, das man schwer in Worte fassen kann.
Eisberge und das Gefühl der Dankbarkeit
Gigantische Eisberge gehören ebenfalls zu den Höhepunkten dieser Region. Mancher war so groß wie eine Stadt. Diese Reise hinterlässt ein tiefes Gefühl der Dankbarkeit für die Schönheit unseres Planeten – und den Wunsch, ihn zu bewahren.
Persönliche Worte von Prof. Dr. Dr. Matthias Augustin
Ich muss ganz offen und ehrlich sagen: Es war die schönste Reise meines bisherigen Lebens. Natürlich habe ich mir im Vorfeld viele Gedanken gemacht, was auf mich zukommt, wie ich mir die unendliche Weite und Schönheit der Antarktis vorstelle, was es bedeutet, einen Eispanzer von 4 km im Durchschnitt zu haben. Aber das, was ich dann erlebt habe, hat alle Vorstellungen bei weitem übertroffen und hat mir im wahrsten Sinne des Wortes einzigartige Erlebnisse beschert.
Hinzu kommt der perfekte Service dieses Hapag-Lloyd Kreuzfahrt-Expeditionsschiffes. Aufgrund der maximalen Gästezahl von 198 Personen erleben Sie eine Individualität und einen Luxus, den Sie bei anderen Schiffen so nicht haben können. Wir kamen der Tier- und Pflanzenwelt, der Natur wirklich sehr nahe. Es bringt nichts, nur mal ein kleines Stück durch die Antarktis zu fahren, ohne anzulanden. Cruising allein ist nur ein kleiner Teil des Erlebnisses Antarktis.
Wir hatten auch Glück mit dem Wetter. Im arktischen Sommer zwischen November und Februar war es größtenteils um die 0°, also noch wärmer als zur gleichen Zeit in Deutschland. Und wir hatten viele schöne Sonnentage. Dass es dazwischen immer mal etwas rauer wird und die Wellen höher schlagen, vor allem in der Drake Passage, ist im wahrsten Sinne des Wortes der Natur geschuldet.
25 Tage bis ans Ende der Welt
Man sollte sich für diese Reise Zeit nehmen. Wir waren 25 Tage unterwegs. Zunächst flogen wir nach Buenos Aires, hatten dort eine vierstündige Stadtrundfahrt, bei der wir die Hauptstadt Argentiniens näherkennenlernten. Am nächsten Tag flogen wir dann noch einmal über 3.000 km bis Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt mit ca. 82.000 Einwohnern und einer beeindruckenden Landschaft. Hier ging es an Bord unseres Schiffes.
Ich hatte eine Route ausgesucht, bei der wir auch die Königspinguine hautnah kennenlernen konnten. Also ging es zunächst zu den Falkland-Inseln und dann in einem großen Bogen über Südgeorgien, die südlichen Orkney- und Shetland-Inseln Richtung Weddellmeer zum antarktischen Festland. Dank der hohen Eisklasse unseres Expeditionsschiffes kamen wir in weiter südlich gelegene Gebiete, wo wir ziemlich allein waren, weil andere Schiffe mit einer geringeren Eisklasse dort nicht fahren können. Als wir den südlichsten Punkt unserer Reise erreichten, dachten wir kurz daran, ob es denn gut wäre, von hier aus zu Fuß zum Südpol zu gehen. Wenn wir jeden Tag 6–8 Stunden gelaufen wären, hätten wir den Südpol nach einem Jahr erreicht. Also doch keine gute Idee…
Pinguine, Eisberge und das Staunen
Laut antarktischem Vertrag dürfen immer nur maximal 100 Personen zur gleichen Zeit auf dem Festland sein. Also war das Verhältnis zwischen uns und den Pinguinen sehr ungleich verteilt. Die Pinguine hatten immer Vorfahrt auf ihren Pinguinstraßen, und wir mussten warten, wenn wir eine überquerten, bis sie vorübergelaufen waren. Das waren sehr schöne und hautnahe Kontakte.
Weitere beeindruckende Kontakte waren die riesigen Eisberge. Der größte, den wir sahen – A23a – war viereinhalb Mal so groß wie ganz Berlin, etwa 4.500 km². Eine wahnsinnige Vorstellung! Die Antarktis ist der einzige Kontinent auf unserer Erde, der so unwirtlich ist, dass hier auf natürliche Weise keine Menschen leben. Die kälteste je gemessene Temperatur liegt bei knapp minus 90°.
Was bleibt von dieser Reise? Ein tiefes Gefühl der Dankbarkeit, das gesehen zu haben, ein ehrfurchtsvolles Staunen über die Schönheit der Antarktis und unseres Planeten – und der dringende Impetus, alles zu tun, damit wir dies nicht zerstören.
Häufige Fragen
Wann findet die Antarktis-Saison statt?
Die Expeditionssaison in der Antarktis läuft von November bis März (Südsommer). In dieser Zeit sind die Tage lang, das Eis teilweise aufgebrochen und die Tierbeobachtungen am besten – Pinguine brüten, Wale sind aktiv.
Muss man seefest sein?
Die Überfahrt durch die berüchtigte Drake Passage kann rau sein – Seegang bis 5–6 Meter ist möglich. Moderne Expeditionsschiffe sind darauf ausgelegt und bieten Stabilisatoren. Auf Wunsch empfehlen wir bewährte Mittel gegen Seekrankheit.
Was ist im Preis inbegriffen?
Bei unseren Expeditionsreisen sind alle Mahlzeiten an Bord, geführte Zodiac-Ausflüge, Vortragsprogramm der Expeditionsleiter, Leihausrüstung (Gummistiefel, Parkas) sowie An- und Abreise zum Abfahrtshafen (Ushuaia) im Preis enthalten. Sprechen Sie uns für ein individuelles Angebot an.